Patricks Blog

Testblog mit Pure Blog

[Review] Ys Seven

Abenteuer in Altag

Spieletagebuch
gespielt von Februar 2013 bis 20.11.2013 Logo Ys Seven

Abenteuerlust und unerschütterlicher Glauben an die Menschheit – das sind zwei der herausragendsten Eigenschaften von Adol Christin, dem Held der traditionsreichen Action-Adventureserie Ys. Im siebten Hauptteil dieser, verschlägt es Adol und Weggefährten Dogi – seines Zeichens bester und ältester Freund Adols – nach Altago. Das exotische Land war bis vor kurzem noch abgeriegelt, da es im Krieg mit dem Reich Romn gestanden hatte. Aber nun, da ein Waffenstillstand ausgehandelt worden war, ergreifen die beiden Abenteurer die Gelegenheit beim Schopf und bereisen das alte Altago. Und wie es sich für anständige Abenteurer gehört, finden die beiden gleich bei ihrer Ankunft ein Abenteuer, welches das Schicksal ganz Altagos bestimmen wird. Etwas stimmt nicht im stolzen Land Altago und es liegt an Adol, dem auf den Grund zu gehen! Zum ersten Mal in über zwanzigjährigen Geschichte der Serie, muss Adol aber sein Abenteuer nicht alleine bestreiten. Zu jeder Zeit kann der Spieler zwischen Adol und Dogi hin und her wechseln. Im weiteren Spielverlauf gesellen sich noch bis zu vier weitere Charaktere dazu, die unterschiedlichste Rollen einnehmen und Adol dabei helfen, den Geheimnissen Altagos auf den Grund zu gehen.

Teil 7 setzt auf üppig gestaltete, dreidimensionale Umgebungen und ein angenehm einfaches Kampfsystem. Mit einem Druck auf die X-Taste wird auf Gegner eingeprügelt, als ob es kein Morgen gebe, mit der Viereck-Taste agil dem Feind ausgewichen – oder debil in der Gegend herum gehechtet – und mit dem rechten Trigger weiteren sind Blocks der gegnerischen Angriffe möglich. Darüber hinaus, lassen sich den vier Aktionstasten der PSP (oder Vita) verschiedenste Spezialangriffe zuweisen, die mit jeder neuen Waffe mehr werden. Auch gibt es das Ys’sche Äquivalent der aus Final Fantasy bekannten Limit Breaks. Das Spiel verfügt über mehrere Schwierigkeitsgrade, wobei die Bosse auch auf niederen Levels noch etwas Taktik verlangen und nicht zu simplen Button-Mashing verkommen. Anfänglich vielleicht nicht so sehr, aber spätestens bei mehrstufigen Boss-Kämpfen – ein Leibgericht von JRPGs – sind (leichte) Abwandlungen dieses Schemas von Nöten. Ich verbrauchte beispielsweise beim Endboss noch vor der letzten Phase, fast alle meine Heiltränke und hatte dadurch in dieser gröbere Probleme. Und letztlich gibt es noch eine weitere, taktische Komponente in Ys Seven – die drei unterschiedlichen Waffengattungen. Während Schwerter für Gegner, wie Schnecken oder fliegende Fische geeignet sind, muss man fliegende Gegner mit Fernkämpfern bearbeiten, da man ansonsten kaum Schaden anrichtet. Dazu kann man, wie bereits geschrieben, kann man laufend zwischen den Charakteren wechseln, die alle einen Ableger der drei Waffengattungen bei sich führen. Adol ist etwa – bis zur Hälfte des Abenteuers – der Schwertkämpfer, Dogi der Mann fürs Grobe mit Fäusten, die sogar Wände durchschlagen können und ein drittes Mitglied der Truppe, der agile Fernkämpfer. Dadurch wird es im weitläufigen Altago nicht so schnell langweilig, denn gekämpft wird oft. Eine kleine Anmerkung am Rande: wer von Backtracking in Spielen allergische Ausschläge bekommt, sollte einen Bogen um Ys Seven machen. Zwar gibt es eine Schnellreisefunktion, die man relativ früh im Spiel erlangt, aber für kurze Zeit wird diese deaktiviert. Und dann heißt es wieder: per pedes oder Hechtrolle durch Altago.

Ys ist also seit Teil 1 und 2 einen weiten Weg gekommen, was Kampfsystem und Grafik anbelangt. Aber musikalisch war man bei Falcom schon immer treffsicher. So wird auch in Altago einmal mehr mit aufpeitschenden, rockigen Instrumentalstücken, fremdartig klingenden Synthie-Stücken und entspannenden Balladen verwöhnt. Abseits der actionreichen Kämpfe, wurde auch dem entlegensten Gebiet Altagos, ein Musikstück mit Wiedererkennungswert spendiert. Wo Falcom drauf steht, wird Falcon-Qualität geboten! Generell gilt hier – so wie bei allen Soundtracks von der Falcom-eigenen Hauskapelle: wenn man an das Spiel nicht herankommt, dann sollte man zumindest den Soundtrack gehört haben. Denn diese wissen auch abseits vom spannenden Spiel noch zu gefallen. Und bei der vorbildlichen Verfügbarkeit im europäischen iTunes-Store, gibt es dann auch keine Ausreden, nicht an diese Wohltaten heranzukommen.

Als abschließendes Fazit, freut es mich Fans von Action-Adventures und Rollenspielen, Ys Seven (fast) uneingeschränkt zu empfehlen. Gerade, wenn man sich das Spiel digital aus dem europäischen PSN besorgt, bekommt man extrem viel für sein Geld geboten. Und für Sammler, ist der Import aus den USA ebenfalls interessant, da der Publisher XSeed nicht nur eine wunderbare Collector’s Edition gestaltet hat, sondern auch eine schöne Retail-Fassung anbietet. Kleine Memo ganz zum Schluss: Demnächst erscheint die amerikanische Version vom ersten Vita-Ableger der Serie – Ys: Memories of Celceta. Wer noch die Gelegenheit bekommt, die Limited Edition zu preordern, sollte dies tun. Alleine schon der Soundtrack ist den Aufpreis wert!


Homepage zu Ys Seven (Xseed): Ys Seven
Homepage zur Ys-Serie von XSeed: World of Ys
Ys Seven Original Sound Track (iTunes): iTunes
Videoreview zu Ys Seven (Classic Game Room): Ys Seven CGR-Review

ys, spieletagebuch, ys seven